Telefonstreich mal andersrum
Sonntag, 03. August 2008 07:45
Wenn man wissen möchte, wie man sich innerhalb von nur dreissig Sekunden komplett zum Horst machen kann, dann muss man mich bloß aufmerksam beobachten. Mein jüngstes Beispiel belegt das mal wieder wunderbar.
Zum besseren Verständnis eine kurze Vorgeschichte: Wir suchen zur Zeit einige neue Mitarbeiter, weswegen unter anderem auch das folgende Poster neben der Eingangstür hängt:

Auf dem Plakat steht, dass Bewerbungen bitte ausschliesslich schriftlich erfolgen mögen. Hintergrund ist, dass es den Betriebsablauf wahnsinnig stört, wenn ständig Bewerber reinkommen (vorzugsweise im dicksten Mittagsgeschäft) und das Gespräch suchen oder aber wenn alle fünf Minuten das Telefon klingelt. Nun ist es aber so, dass natürlich trotzdem mehr als genug Leute dieses Detail eher als unverbindliche Empfehlung sehen und - statt wie gewünscht eine schriftliche Bewerbung einzureichen - erstmal vorbeischauen und fragen ob wir momentan Leute suchen (WTF? Nein, das Poster hängt da nur weil wir sonst nicht wissen wie wir die Fläche füllen sollen…)
Soviel zur Vorgeschichte, kommen wir nun zu dem Teil mit dem Fettnäpfchen und mir. Ich sitze grade wild arbeitend in der Gegend rum, als zum gefühlten dreimillionsten Mal des Tages das Telefon klingelt. Ich nehme ab, und folgendes Gespräch entwickelt sich:
Ich: SUBWAY Nienburg, mein Name ist Koch, guten Tag!
Gesprächspartner: Ja hallo, mein Name ist Frau Müllermeierschulze!
I: (gedanklich, zu mir selbst) Häh? Die Stimme kennst du doch, die ist doch sowas von unverwechselbar?!? Das ist doch Sabine (Name geändert, eine langjährige Mitarbeiterin von mir), warum meldet die sich nicht mit ihrem richtigen Namen?
I: (laut, zur Anruferin) Hallo Frau Müllermeierschulze. Was kann ich für Sie tun?
GP: Ich wollte eigentlich nur mal schnell fragen, ob die Stelle noch frei ist?
I: (gedanklich, zu mir selbst) Wie jetzt? Das weiß sie das doch ganz genau, und warum siezt sie mich auf einmal? (*plötzlicher Geistesblitz*) Ach Gott, jetzt verstehe ich, das ist Sabine, und weil sie genau weiß dass hier momentan dauernd Leute wegen einem Job anrufen und weil sie weiß wie sehr das nervt, macht sie hier mal einen kleinen Telefonstreich mit mir. Aber nicht mit mir, meine Liebe, ich habe dich nämlich bereits an deiner Stimme erkannt, hehe…
I: (laut, zur Anruferin) Aber natürlich ist die Stelle noch frei, allerdings nicht für Leute wie dich! (*hihi, damit hat sie jetzt bestimmt nicht gerechnet*)
GP: Ähh…. okay?!? Tschüß.
*aufgelegt*
Huch? Das ging jetzt aber irgendwie ein bißchen zu schnell, das macht ja gar keinen Spass. Also bei Sabine angerufen, man will ja schließlich den Triumph noch ein wenig auskosten:
I: Na Sabine, damit hast du jetzt nicht gerechnet, was?
Sabine: Häh? Womit?
I: Na, der Anruf eben. Hättest wohl nicht gedacht, dass ich dich erkenne, was? Dabei kenne ich deine Stimme doch mittlerweile so gut, das war völlig easy.
S: Wovon sprichst du bitte?
I: Dein Scherzanruf eben, mit dem Job. Du hast doch eben angerufen, oder?
S: Nein, habe ich nicht!
I: Äh, doch, hast du! Bitte sage mir, dass du eben angerufen hast!
S: Sorry, habe ich echt nicht.
I: *Schluck* Oh-oh…



