Ja, ich esse fremd!
Szene 1:
Ich war heute in Hannover und verspürte auf dem Rückweg Hunger. Da die Stunde schon deutlich vorgerückt war, hielt ich kurz bei einem der hiesigen Marktbegleiter (”Konkurrenz” darf man nicht mehr sagen, wurde ich erst kürzlich belehrt) um mir ein mittels Käsescheibe gepimptes Stück Hackfleisch zwischen zwei flabbrigen Brötchenhälften hinter die Kiemen zu drücken. Als mir die systemgastronomische Fachkraft eben jenes kulinarische Kleinod überreichte, tat sie das mit den Worten “na, bei Ihnen gibt´s wohl nichts mehr, was?” und einem dazu passenden Grinsen.
Szene 2:
Vor kurzem überraschten mich abends ein paar Kumpels mit diversen DVDs und Kaltgetränken im Gepäck. So weit so gut. Da sie aber wie gesagt überraschend kamen, hatte ich nichts im Hause, was ich ihnen anbieten konnte. Na gut, ehrlich gesagt habe ich auch sonst nie was im Hause, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls einigten wir uns schnell auf Pizza, welche dann auch gleich in rauhen Mengen geordert wurde. Da abholen gegenüber liefern lassen etwa 30 Minuten einspart, fiel die Entscheidung schnell auf Option 1, und so kam es dann auch, dass ich mich schon kurz darauf im Auto wiederfand und zum freundlichen Pizzaservice fuhr. Dort angekommen entfuhr dem Mitarbeiter am Tresen nur ein spontanes “Sie bestellen hier?”, woraufhin er sich genialerweise auch gleich mal von seiner Chefin, welche grade hinter ihm stand, einen eingefangen hat.
Szene 3:
Ich wollte etwas geschäftliches besprechen und schlug dem Geschäftspartner vor, dass wir dieses bei einem gemeinsamen Mittagessen täten. Wäre ich ein Yuppie, so würde ich jetzt an dieser Stelle den Begriff “business lunch” fallen lassen. Ich bin aber kein Yuppie, also mache ich das auch nicht. Aber zurück zum Kernpunkt meiner Geschichte: Besagter Geschäftspartner fing an sich zu zieren, zu winden und Gegenvorschläge auszupacken. Auf meine Nachfrage, was ihn denn an einem business lunch gemeinsamen Mittagessen stören würde, erwiderte er zögerlich dass er geschäftliche Dinge gerne in einem angemessenen Rahmen bespricht, nicht jedoch bei einem Sandwich und einem Softdrink. Auf die Idee, dass auch ich durchaus ein ganz normales Restaurant der Indiviualgastronomie meinte, kam er erst gar nicht. Er ging automatisch davon aus, dass ich nur bei mir selbst esse.
Der aufmerksame Leser hat jetzt sicherlich bei diesen drei Gegebenheiten einen roten Faden bemerkt.
Warum um alles in der Welt ist eigentlich immer jeder davon überrascht, dass auch ich nur ein ganz normaler Mensch bin und durchaus mal ein wenig Abwechslung in meinem Speiseplan mag? Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich finde unser Produkt sowas von genial und bin von vorne bis hinten davon überzeugt. Ich esse es nach all den Jahren noch immer sehr, sehr gern und kann mir auch nichts geileres vorstellen. Aber dreimal am Tag an sieben Tagen in der Woche in 52 Wochen im Jahr in mittlerweile drei Jahren nicht ein einziges Mal was anderes essen? Das finden einige Leute tatsächlich überraschend? Das wiederum finde ich ehrlich gesagt überraschend. Zumal auch wir hin und wieder durchaus den einen oder anderen Mitarbeiter unserer Marktbegleiter hier bei uns im Restaurant haben, und die sehen beim herzhaften Biss in das Sandwich nicht so aus, als hätte man sie mit Waffengewalt zwingen müssen, herzukommen.
Eine gute Seite hat die ganze Sache aber trotzdem: Wenn ich schon überall erkannt werde, dann bedeutet das wohl, dass ich in unserer Kleinstadt mittlerweile mehr oder weniger prominent bin. Ist doch auch schon was… ![]()
März 4th, 2008 22:06
meine freundin hat mal bei euch
gearbeitet und findet das essen auch ganz okay, nur die tunfischpampe geht gar nicht, meint sie.
also ich nehme das sowieso nicht, da ich gar keine tiere essen, aber das aussehen alleine reicht wohl um das nicht zu nehmen^^
und die hände riechen ewig danach, wenn man es herstellen musste
wie auch immer ich hoffe mal, dass der blog noch lebt unter weiter geführt wird?
er