[Krümelmonster]Keeeksäää![/Krümelmonster]

Wer unsere Kekse schonmal probiert hat, wird bestätigen dass sie süchtig machen verdammt lecker sind. Da das natürlich kein Geheimnis ist, werden die Dinger auch in rauhen Mengen gekauft. An dieser Stelle könnte ich diesen Eintrag jetzt beenden und mich in meiner Funktion als Kaufmann freuen, denn Umsatz ist nur selten unerwünscht.

Das Problem ist nur, dass wir eigentlich noch viel mehr von unseren Keksen verkaufen könnten, wenn wir denn nur mit dem backen nachkommen würden. Dazu muss man wissen, dass wir unsere Kekse auf einer speziellen Matte backen, welche man natürlich nicht profan in einem Haushaltswarenladen kaufen kann. Nein, das wäre viel zu einfach, das kann unsere hauseigenen R&D-Abteilung (Research & Development, inoffizielles Motto lautet “we make simple things complicated” - aber das haben Sie nicht von mir gehört!) nicht zulassen. Unsere Matte ist also ein High-Tech-Produkt, auf welches wahrscheinlich selbst die NASA stolz wäre, oder aber zumindest wäre sie ohne die bemannte Raumfahrt garnicht möglich, da teflonbeschichtet.

Besagte Matte ist also zwingend notwendig, um unsere weltberühmten Kekse zu backen. Von diesen Matten haben wir insgesamt sechs Stück, was genau eine volle Ofenladung bedeutet. Diese sechs Matten waren damals zu unserer Eröffnung Bestandteil all derer Sachen, welche ich bestellen musste und von denen ich keinen blassen Schimmer hatte, wieviel von diesem oder jenem notwendig sein könnte. Ich bekam damals eine Vorschlagsliste von unserem sogenannten Development Agent und habe die einfach stumpf unterschrieben. Mit der Zeit lernt man dann, dass die eine oder andere Sache völlig überflüssig war, während man von etwas anderem viel zu wenig hat.

Der geneigte Leser ahnt es sicherlich schon, letzteres trifft auf unsere Cookiematten zu. Sechs Stück sind nicht wirklich viel, denn nach jedem Gebrauch müssen sie erstmal für mindestens eine halbe Stunde in der sogenannten Breadstorage verschwinden, damit die Kekse abkühlen können. Bevor die Kekse nicht abgekühlt sind, bekommt man sie auch nicht von den Matten runter, also kann man da schlecht schummeln. Nach jeder Benutzung müssen die Matten dann natürlich noch gereinigt werden, was insbesondere während des Mittagsgeschäfts natürlich auch gerne mal auf später verschoben wird, weil keiner Zeit hat. Ohne gereinigte Matten aber keine neuen Kekse. Konsequenz ist dann, dass irgendwann die Cookies ausgehen. Murphy´s Gesetz folgend passiert das in der Regel immer dann, wenn der nächste Gast grade 24 Kekse kaufen wollte.

Nun denkt sich der smarte Systemgastronom (das bin ich, falls jemand fragt) natürlich “kein Problem, bestellen wir halt ein paar weitere Matten nach”. Tja, und damit fing das Drama dann auch an. Wo bekomme ich diese Matten her? Direkt in den USA angerufen und nachgefragt. Antwort: Natürlich können wir Ihnen einen Satz Matten schicken, sechs Stück kosten 80 Dollar und $Gegenwert_eines_Kleinwagens an Versandkosten.

Okay, fix umdisponieren. Gute 100 Kilometer von hier sollte ein anderer Store aufmachen, den Franchisenehmer kannte ich. Also schnell angerufen und gefragt, ob er schon seine sogenannte Smallwares-Bestellung aufgegeben habe. Er verneint, ich jubele und frage, ob er mir ein paar Artikel mitbestellen kann, um mich so äusserst geschickt vor den astronomischen Versandkosten zu drücken. Kein Problem, er kann mir alles gewünschte mitbestellen. Ich faxe ihm also meine Liste zu, und ein paar Wochen später ruft er an um Bescheid zu sagen, dass die Sache angekommen seien. Frohgemut schwinge ich mich ins Auto, fahre zu ihm hin und nehme alle meine bestellten Sachen in Empfang. Alle? Nein. Ein Artikel fehlte: Richtig, die Keksmatten. Nicht mitgeliefert, warum auch immer. War ja mal wieder klar. Das Leben gibt mir Zitronen, und ich habe keinen Tequila dabei.

Also Plan B (oder bereits C?). Die europäische Werksvertretung unseres Ausrüsters angerufen, welche sich in Prag befindert. Warum ausgerechnet Prag wissen sie wohl selbst nicht so genau. Vielleicht weil sie dort so einen lustigen Akzent haben, wenn sie englisch sprechen müssen. Na egal, irgendwie habe ich denen dann verständlich gemacht was ich wollte, woraufhin sie mich an ihren Webshop verwiesen. Also bei selbigem angemeldet, etwa eine Woche gewartet bis ich als SUBWAY-Franchisenehmer legitimiert war (*nerv*) und dann fröhlich bestellt. Sie hatten noch eine Reihe weiterer netter Sachen in ihrem Shop, und begeistert klickend füllte ich meinen Warenkorb. Versandkosten waren im Shop zwar nicht angegeben, aber was kann schon ein UPS-Paket von Prag an die Mittelwesermetropole Nienburg kosten?

Um´s kurz zu machen: Ich hab´s erst etwa sechs Wochen später erfahren, denn solange dauerte es, bis mir die Prager das Paket endlich geschickt haben. Was ich nicht wusste: Nach Eingang einer Bestellung bei ihnen bestellen sie wiederum die Sachen vom Mutterhaus in den USA, und wenn das Zeug dann bei ihnen angekommen ist, packen sie es in ihre Kartons um und schicken es dann wieder weg. Die Frachtkosten USA-Prag werden dann natürlich auch gleich an den Endkunden weitergereicht. Mit anderen Worten: Hätte ich gleich direkt in den USA bestellt, wäre es erstens schneller und zweitens billiger gewesen. Achso, und ich hätte vielleicht sogar die bestellten Cookiematten bekommen. Die wurden nämlich bei der Kommissionierung meiner Ware vergessen und anschliessend gutgeschrieben.

Jetzt könnte man meinen, das Leben hasst mich. Zumindest habe ich diesen Eindruck gewonnen.

Wenn… ja, wenn da nicht jener kleine Einmann-Betrieb im Kölner Raum wäre, welcher sich darauf spezialisiert hat, die stetig wachsende Zahl von SUBWAY-Stores in Deutschland mit allerlei Kleinkram und Equipment zu versorgen. Der gute Mann hat eine geniale Marktlücke entdeckt und bietet viele Dinge an, welche man sonst nur schwer bekommt, die einem das Leben als SUBWAY-Franchisenehmer aber wesentlich leichter machen. Unter anderem kann man bei ihm Tabletts kaufen, ohne immer gleich eine halbe LKW-Ladung abnehmen zu müssen. Sehr schön, wenn man mal wieder Tabletts ersetzen will, welche auf mysteriöse Weise verschwunden sind.

Jedenfalls wollte ich letzte Woche aus genau diesem Grunde bei ihm bestellen und rufe also seinen Webshop auf. Und was erblicken meine ungläubigen Augen? Gleich auf der Startseite steht in fetten Lettern “Neu im Sortiment: Cookiematten”. WHOA! Mit zitternden Fingern weitergeklickt, und tatsächlich: Sofort lieferbar, ab Lager Köln, sechs Stück knapp 50 Euro plus Mehrwertsteuer. Zu schön, um wahr zu sein. Sofort bestellt, bevor die Website es sich noch anders überlegen konnte.

Heute war es dann soweit: Sechs niegelnagelneue Keksmatten durfte ich aus dem sorgfältig verpackten Karton fischen. Sie sehen so neu aus, so… frisch! Ich konnte es immer noch nicht glauben. Endlich war meine Odyssee vorbei! Liebevoll legte ich die Matten zu den anderen. Heute durften sie sich noch ausruhen. Ab morgen aber werden dann doppelte Mengen gebacken. Auf dass die Frage “oh, habt ihr keine $Lieblingssorte mehr?” ab morgen endlich der Vergangenheit angehört!

Da Murphy mich aber auch in der Vergangenheit nicht enttäuscht hat, wird wahrscheinlich ausgerechnet morgen unser Keksverkauf einen historischen Tiefstand erleben. :p

16 Kommentare zu “[Krümelmonster]Keeeksäää![/Krümelmonster]”

  1. Arnonym
    März 7th, 2008 12:23
    1

    Unsere Matte ist also ein High-Tech-Produkt, auf welches wahrscheinlich selbst die NASA stolz wäre, oder aber zumindest wäre sie ohne die bemannte Raumfahrt garnicht möglich, da teflonbeschichtet.

    Ist ein Urban-Myth (oder ein Public-Myth?). Teflon wurde in Frankreich erfunden. (Bemannte) Raumfahrt wäre auch ohne möglich, geht nur mit Teflon besser und billiger. Und deswegen ist das teflon auch für Haushaltsgeräte so günstig geworden…

  2. er
    März 8th, 2008 14:36
    2

    TOP! denn das wichtige für mich bei subway sind definitiv die kekse!

    und wehe die sind durchgebacken!!!!

    er

  3. PinkPüppi
    März 26th, 2008 17:12
    3

    Oh welch wundervolle Story…und wie oft komme ich zu Subway und sie haben keine Kekse mehr und lassen mich abziehen mit der Begründung das sie noch auskühlen müssen….

    Blog gefunden und der kommt gleich mal in meine zu täglich lesende Blogs ;)

  4. Sonatic
    März 28th, 2008 20:16
    4

    Joa, ist ein nettes Blog. Könnte nur etwas häufiger neuen Inhalt bekommen ;-)

  5. Dustin
    April 1st, 2008 14:41
    5

    schade, dieser blog ist wohl tot….. :(

  6. Dosss
    April 10th, 2008 11:42
    6

    Hey ich bin gerade auf diesen Blog gestossen! Sehr cool mach bitte weiter :P

  7. Goodman
    April 12th, 2008 01:42
    7

    Nettes Blog,

    Die Kekse sind geil, allerdings kommt es mir so vor das die immer kleiner werden und auch nicht mehr so weich sind wie früher. Ist das nur bei meinem Subway hier in der Stadt so, oder sind die Kekse echt kleiner geworden?

  8. Andre
    April 14th, 2008 00:44
    8

    @ Dustin
    Keine Angst, der Blog ist nicht tot. Ich bin bloss recht beschäftigt, und das Blog steht halt in der Prioritätenliste nicht unbedingt ganz oben. ;)

     

    @ Goodman
    Die Kekse haben immer das gleiche Gewicht, sie können allerdings optisch schonmal etwas kleiner aussehen. Oatmeal Raisins sehen z.B. immer sehr klein aus, obwohl sie genauso viel wiegen wie alle anderen auch. Der Durchmesser ist zwar geringer, dafür sind sie aber höher. Dann kommt es auch darauf an, wie sie gebacken werden, denn die Cookies sind diesbezüglich sehr empfindlich. Nur ein paar Grad zu viel oder zu wenig, nur ein paar Sekunden zu lange oder zu kurz im Ofen, und schon sind sie ruiniert. Kekse backen ist echt nicht so einfach, wie es aussieht. Gemeinerweise backen sie auch noch ein wenig nach, *nachdem* man sie aus dem Ofen genommen hat. Man muss sie also rausnehmen, bevor sie eigentlich fertig sind. Dazu ist sehr viel Augenmaß und Erfahrung notwendig, wenn sie perfekt (also in der Mitte noch schön weich) werden sollen. Nimmt man sie zu früh raus, bleiben die Kekse fast flüssig und man bekommt sie nicht mehr von den Matten runter. Nimmt man sie einen Tick zu spät raus, werden sie härter, als sie es eigentlich sein sollten.

    Kleiner Tipp: Wenn im Laden grade nicht viel los ist und dir die Kekse zu hart sind, dann bitte den Mitarbeiter, dir den Keks für drei Sekunden in den Speedoven zu legen, *ohne* diesen einzuschalten. Danach ist der Keks wieder schön weich. :)

  9. Goodman
    April 14th, 2008 02:35
    9

    danke für den tipp.

    nachdem ich heute mal wiede rbei subway war muss ich mal sagen, das viele sandwich artists ja leicht dämlich sind. Ich sag nicht wo und wer aber soviel. Ich denke es wird vorgegeben wie die Subs belegt werden sollen. Da grade beim Käse das suboptimal ist (da ecken auf ecke liegt) bitte cih immer darum, jedes 2te Käsestück umgedreht aufzulegen, da so die kurzen kanten aneinanderliegen udn das ganze sub vernünftig mit Käse belegt ist. Dumm nur das das niemand schnallt.
    Ist es eigentlich richtig zum Sub des Tages keine Stamps rauszugeben? IM endeffekt sit das doch alles nur ein Mittel damit der Kunde wiederkommt. Man bekommt nur ständig gesagt das zu dieser oder jener sache die Stamps nicht ausgegeben werden. bescheuert.

  10. Andre
    April 14th, 2008 17:43
    10

    Was den Käse angeht, so kann ich da auch nicht viel zu sagen. Standardmässig ist es zwar immer mit den Spitzen nach oben, aber wenn der Gast es wünscht, bekommt er es bei uns auch in jeder von ihm gewünschten Variation. Dabei brechen wir uns nun wirklich keinen Zacken aus der Krone. Kommt aber auch sehr selten vor, dass jemand danach fragt.

    Dass es zum SdT keine Stamps gibt, ist hingegen korrekt. Da Stamps rechnerisch einen Rabatt darstellen, gibt es sie nur zu Produkten, welche unrabattiert verkauft werden. Ansonsten würde man einen Rabatt auf einen Rabatt geben, und das kann dann schnell mal nach hinten losgehen.

  11. Goodman
    April 14th, 2008 21:14
    11

    oh okay.

    eine Frage noch, dann bin ich ruhig ;)

    Es gibt sja auch die Wrap Option. Früher war das günstiger die (in meinen augen kleineren) Wraps zu nehmen. In dem besagten Subway (der eh viel teurer war als mein Stamm Subway) war der preis nun gleich wie beim normalen Sub. Korrekt?

  12. Andre
    April 14th, 2008 23:49
    12

    Jeder Store kann seine Preise individuell festlegen, es gibt keine verbindliche Vorgabe von SUBWAY (das deutsche Recht verbietet das). Wenn der Store also seine Wraps teurer machen möchte, dann kann er das.
    Allerdings sind die Wraps seit einigen Wochen auch grösser (30 statt 25 Zentimeter Durchmesser), und die Gelegenheit wird der Kollege wohl zur Preisangleichung an dei umliegenden Stores genutzt haben. Ich kenne das nämlich auch nur so, dass das Wrap den gleichen Preis hat wie das Sandwich. Dass es billiger ist, habe ich persönlich noch nie gesehen.

  13. Dustin
    April 15th, 2008 00:04
    13

    *puh* ich hatte schon angst :)
    ich schaue alle paar tage mal rein und hoffe einfach, dass der blog mal wieder ein bisschen zeit findet. ich verstehe es natürlich, dass er nicht an erster stelle steht ;)

    mfG

  14. Vanessa
    April 16th, 2008 21:59
    14

    Ich LIEBE diese verdammten Kekse und könnte davon locker 20 Stück pro Stunde knabbern. Allerdings würde ich dann wohl wie dieser Rainer Callmund aussehen und das wäre, ich sag mal, suboptimal für mich :-D

    Ne kalorienarme Version wird wohl nicht so schnell möglich sein oder? Wieviel Kalaorien hat eigentlich so ein Keks? Ich weiß, Frauenfrage, aber wichtig!

  15. Varda
    April 21st, 2008 17:45
    15

    Die Cookies mag ich auch. *mjami* Aber da auch recht teuer leiste ich sie mir nur hin und wieder. Ich will auch gar nicht wissen wieviele Kalorien diese verdammten, unglaublich, superleckeren Cookies haben. *Lippen schleck*

  16. Borkum
    Mai 8th, 2008 01:35
    16

    Lustige Geschichte. Werde es mir morgen Mittag zur Hauptzeit mal nicht nehmen lassen die Verfügbarkeit der Cookies zu testen ;)